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Sonntag 23.04.2017
 
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Presseinformationen
Redemanuskript Professor Dr. Herbert Henzler zur Siegerehrung des StartUp-Wettbewerbes anläßlich des Deutschen Sparkassen-tages am 29. April 1998 in Leipzig.

StartUp ist nicht nur der größte deutsche Gründerwettbewerb - er kann auch zum besten Beschäftigungsprogramm seit Jahren werden: Nach ersten, vorsichtigen Schätzungen können die Gründungen des Wettbewerbes in den nächsten drei bis fünf Jahren mehr als 10.000 Arbeitsplätze schaffen und Umsätze von insgesamt mehr als einer Milliarde DM erzeugen.

Das wäre ein beispielloser Erfolg. Er beruht auch darauf, das StartUp Masse und Klasse verbindet: Weit mehr als 53.000 Interessenten folgten dem Aufruf zu diesem Wettbewerb und forderten unser Handbuch an, mehr als 2.100 Gründungswillige haben in nur drei Monaten ihre sorgfältig ausgearbeiteten Geschäftspläne zum Wettbewerb eingereicht.

Bei der Beurteilung der eingereichten Geschäftspläne waren meine Kollegen von McKinsey und ich von der hohen Professionalität der Gründer und ihrem Innovationspotential ebenso begeistert wie von ihrer Risikofreude und Ihrer "Unternehmungslust".

Das junge Teilnehmerfeld - drei Viertel der Gründungswilligen waren nicht älter als 40 Jahre - hat die Wachstums-Chancen der Zukunft erkannt und bringt hohe Energie für die Gründung auf: 81 Prozent der StartUp-Beteiligten möchten sich mit einer Dienstleistung selbständig machen, 62 Prozent wollen ihren Geschäftsplan in diesem Jahr umsetzen.

Die Geschäftsideen der elf Bundessieger, die wir heute auszeichnen, und die Konzepte der 200 Landesbesten überzeugten vor allem durch ein außergewöhnliches Technologie- und Wachstumspotential. Wie bei den Businessplan-Wettbewerben, die McKinsey gemeinsam mit den Hochschulen in München und Berlin veranstaltet hat, handelt es sich bei den StartUp-Siegern in der Regel um kleine, junge Teams von Experten - Ingenieuren, Medizinern, Ökonomen oder Architekten -, die nach Wegen suchen, um High-Tech-Innovationen zu vermarkten.

Rund die Hälfte aller Teilnehmer hat Geschäftspläne vorgelegt, die auf die Gründung eines Unternehmens mit guten Wachstumsperspektiven hoffen lassen. Diese Start-ups schaffen Arbeitsplätze vor allem im Bereich der qualifizierten Dienstleistungen - und nicht etwa die vielfach geschmählten "McJobs" in Schnellrestaurants, Fitneß-Studios oder beim Einparkservice.

Lassen Sie mich aus der Kenntnis der Teilnehmer und der Analyse ihrer Geschäftpläne die vier entscheidenden Erfolgsfaktoren ableiten:

Sorgfältige Planung
Die prämierten Geschäftspläne zeichnen sich durch eine sehr gründliche Durchdringung der Geschäftsidee aus: Das Angebot ist auf den Punkt gebracht, die Erfolgsfaktoren sind identifiziert, das Konzept für Außen- stehende verständlich und nachvollziehbar aufbearbeitet und präsentiert worden. Das ist - wie Ihnen Wagniskapitalgeber und Gründungsberater der Sparkassen bestätigen können - alles andere als selbstverständlich.

Leistungsfähige Teams
Die besten Erfinder sind nur selten auch die besten Manager ihrer Ideen. Die erfolgreichen Teilnehmer haben dies erkannt und in ihren Teams unterschiedliche Talente und Fähigkeiten kombiniert: technisches Know-how und kaufmännisches Wissen, Managementfähigkeiten und Vertriebsexpertise etc.

Hoher Kundennutzen
Bei aller Begeisterung für aufwendige technische Lösungen: Märkte honorieren nicht Perfektion an sich, sondern den Nutzen der Innovation für die jeweiligen Kunden. Die erfolgreichen Gründerteams haben deshalb schon in der Startphase die Bedürfnisse ihrer potentiellen Kunden sehr intensiv analysiert und ihr Angebot von Beginn an darauf zugeschnitten.

Anspruchsvolle Ziele
Wer sich schon vor dem Start in die Selbständigkeit damit zufrieden gibt, ein leidliches Auskommen zu erreichen, läuft Gefahr, die Chancen der eigenen Geschäftsidee zu unterschätzen. "Dell", "Sun Microsystems" oder "Oracle" sind bekannte, aber bei weitem nicht die einzigen Beispiele für Start-ups, die innerhalb weniger Jahre weltweit zu einem Begriff geworden sind - vielleicht werden wir ja schon bald Ähnliches über einen unserer Wettbewerbsteilnehmer sagen können.

StartUp bietet ein ermutigendes Beispiel dafür, das eine wachsende Zahl von Menschen bereit ist, die verbreitete Gründungsmüdigkeit abzuschütteln. Erfindungsreichtum und Unternehmergeist sind nicht auf das Silicon Valley oder die Region Seattle beschränkt. In Deutschland fehlt es nicht an guten Ideen, und zum Glück wächst die Bereitschaft wieder, sie auch in Geschäfte zu verwandeln.

Dabei erwarten die Gründer offenbar weniger materielle Hilfen, als konkrete Unterstützung bei der Formulierung ihrer Ideen und der Umsetzung der einzelnen Schritte in die Selbständigkeit. Gegenwärtig sollen 400 Förder- programme und 180 Gründer- und Technologiezentren die Bereitschaft der Deutschen zur Selbständigkeit fördern. Umfragen zufolge wird diese Unterstützung in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle lediglich dankbar "mitgenommen".

Nach unserer Ansicht kommt es deshalb vor allem darauf an, das gesellschaftliche Klima zugunsten von Selbstbestimmung und Risikobereit- schaft nachhaltig zu verändern - und die verbreiteten Klischees über Unternehmer abzubauen.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat einmal scherzhaft erzählt, das Unternehmerbild seiner Jugend sei entscheidend vom Schlachter und dem Gastwirt in seinem oberbayerischen Heimatort geprägt worden: Die trugen einen stolzen Bauch, fuhren als einzige einen Mercedes und leisteten sich jedes Jahr einen Urlaub in Italien. Heute erkunden deutsche Touristen die entlegensten Winkel der Erde, der "gute Stern" leuchtet auch in der A-Klasse und Dicksein will keiner mehr.

Ich freue mich, daß unsere Preisträger keinem Klischee entsprechen. Wir sollten es uns zur Aufgabe machen, "neue" Gründer wie sie und Unternehmer, die es geschafft haben, als Rollenmodelle zu präsentieren und die verbreiteten Know-how-Defizite im Hinblick auf die Selbständigkeit abzubauen. StartUp hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet - und wird das auch künftig tun.

Ich freue mich, daß wir Gelegenheit haben werden, die fünf besten Gründerteams im nächsten Jahr zu begleiten und sie bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee durch intensive Workshops, umfangreiches Training und individuelles Coaching zu unterstützen - bei unseren üblichen Honoraren würde diese Hilfe zwei bis drei Millionen Mark ausmachen.

StartUp hat den Siegerteams hier im Saal und den vielen Teilnehmern überall in Deutschland Mut gemacht für den Aufbruch in die Selbständigkeit.

Daß dies möglich wurde, haben wir ganz besonders Bundespräsident Roman Herzog zu verdanken. Seine Forderung nach einem "Ruck" ist in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Aber der Bundespräsident hat Veränderungen nicht nur angemahnt, sondern vielfache Initiativen für Innovationen angeregt und aktiv unterstützt.

Ich freue mich deshalb außerordentlich, den Schirmherrn unseres Wettbewerbs, Herrn Bundespräsident Roman Herzog, heute hier bei uns zu begrüßen.
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